Refluxkrankheit

Refluxkrankheit

Der Großteil der Menschen hatte mindestens einmal in seinem Leben mit unangenehmem Sodbrennen zu tun. Meist während der Feiertage, an denen üppige Speisen auf dem Menüplan stehen. Hausmittel wie Mandeln, Milch oder Medizin aus der Apotheke helfen dagegen schnell. Kommt es aber sehr häufig zu Sodbrennen oder saurem Aufstoßen, so kann es sich aber um die sogenannte Refluxkrankheit handeln.

Worum handelt es sich hierbei?

RefluxkrankheitEtwa ein Viertel der Bevölkerung der westlichen Industrieländer leidet unter gelegentlichem Sodbrennen. Tritt dies aber häufiger auf – bis zu zwei mal pro Woche- so handelt es sich nicht mehr um einfaches Sodbrennen, sondern um die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit, oder auch Refluxösophagitis. Bekannt ist diese Krankheit auch als GERD- Abkürzung für die englische Bezeichnung gastroesophageal reflux disease.
Das Wort „reflux“ bezeichnet ein Fließen von Substanzen gegen die Strömungsrichtung.
„Gastroesophageal“ steht für den Magen und die Speiseröhre.
Im Falle der Refluxkrankheit fließt Mageninhalt aus dem Magen zurück in die Speiseröhre und führt zu einem Brennen, bis hin zu einer Entzündung, was teilweise starke Schmerzen hervorrufen kann.
Im Normalfall ist der Übergang zwischen Magen und Speiseröhre geschlossen. Er öffnet sich aber, wenn aufgenommene Nahrung geschluckt wird, um diese in den Magen aufzunehmen.
Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass sich dieser Übergang nicht mehr ordentlich schließt, und Luft (was zu Aufstoßen führt) oder Magensäure ungehindert nach oben gelangt.
Mögliche Gründe sind Übergewicht, Alkohol, Nikotin und bestimme Medikamente. Auch im letzten Drittel einer Schwangerschaft kommt es dadurch, dass die Gebärmutter auf den Magen drückt, häufig zu Sodbrennen.
Dass das Brennen vor allem oft nachts auftritt, hat den Grund, dass durch die Liegeposition Magensäure leichter herausfließt.

Welche Symptome treten auf?

Refluxkrankheit SymptomeDie Symptome der Refluxkrankheit sind vor allem zu Beginn nicht immer ganz eindeutig.
Neben dem bereits erwähnten Sodbrennen kommt es außerdem oft zu einem Druckgefühl in der Brust, Schluckbeschwerden, Aufstoßen- häufig im Zusammenhang mit einem Rückfluss von Nahrungsresten, einem durch das Aufstoßen sauren Geschmack im Mund, Schäden des Zahnschmelzes durch die Säure bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.
Die Magensäure kann aber über den Mundbereich hinaus bis in die Luftwege gelangen.
Es entstehen Nasen- sowie Nebenhöhlen- als auch Kehlkopfentzündungen und Heiserkeit. Reizhusten, Bronchitis und Asthma können ebenfalls Folgen des Rückflusses des Mageninhaltes und Symptome für die Refluxkrankheit sein.
Wie wird die Diagnose erstellt?

Da die erwähnten Symptome nicht zwingend auf die Refluxkrankheit hindeuten müssen, wird für eine sichere Diagnose eine Magenspiegelung durchgeführt.
Dabei erkennt der Arzt, ob die Magenschleimhaut verändert ist.
Er entnimmt entweder eine kleine Gewebeprobe, oder führt eine Langzeit-PH-Metrie durch. Dafür wird eine kleine Kapsel unmittelbar nach der Magenspiegelung in die Speiseröhre eingeführt. 24 Stunden lang misst diese den Säuregehalt in der Speiseröhre. Die Ergebnisse werden direkt auf ein Registriergerät übertragen.

Was passiert nach der Diagnose?

Wird die Refluxkrankheit diagnostiziert, so beginnt man sofort mit der Behandlung.
Befindet sich die Krankheit noch im Anfangsstadium, und ist die Speiseröhre noch nicht verletzt (dies bezeichnet man als Nullstadium), so kann mit Medikamenten Abhilfe geschaffen werden. Diese erfüllen verschiedene Funktionen.

Binden und neutralisieren der Magensäure

Zum Einsatz kommen Antazida. Diese binden und neutralisieren die Magensäure, und werden daher direkt dann eingenommen, wenn die Beschwerden auftreten. Teilweise können sie auch von Schwangeren eingenommen werden. Nach spätestens sechs Wochen sollen diese aber abgesetzt werden.

Histamin blockieren

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung der Refluxkrankheit im Nullstadium ist die Einnahme von Antihistaminika. Histamin ist ein wichtiger Botenstoff für die Produktion und Freisetzung von Magensäure. Antihistaminika verhindern, dass das Histamin diese Funktionen erfüllen kann, indem sie es blockieren. Diese Tabletten sollten vor allem abends eingenommen werden, um den Austritt von Magensäure während des Schlafens zu verhindern.

Hemmung der Protonenpumpen

Im Körper bildet sich, vor allem morgens, ein Enzym, welches dafür verantwortlich ist, dass Magensäure in das Mageninnere fließt. Mit sogenannten Protonenpumpenhemmern verhindert man die Bildung dieses Enzyms.
Protonenpumpenhemmer sind verschreibungspflichtig und kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Refluxkrankheit bereits zu einer Entzündung der Speiseröhre geführt hat- sich also nicht mehr im Nullstadium befindet.

Anregung der Bewegung der Magensäure

Vor allem bei Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen werden so genannte Prokinetika verabreicht, die dafür sorgen, dass Magensäure schneller aus dem Magen verschwindet und der Schließmuskel besser funktionieren kann.

Vorgehen gegen Blähungen

Da auch Blähungen mögliche Symptome einer Refluxkrankheit sein können, werden diese mit herkömmlichen Medikamenten oder Hausmitteln wie Fenchel oder Anis behandelt.

Kann eine längerfristig bestehende Refluxkrankheit nicht ausreichend mit Medikamenten behandelt werden, so ist eine Operation ratsam.
Bei einer so genannten Hiatoplastik handelt es sich um eine sehr einfache Operation, bei der der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre wieder „repariert“wird, sodass er den Rückfluss von Magensäure erfolgreich verhindern kann.

Warum ist die sofortige Einleitung der Behandlung wichtig?

RefluxbehandlungTreten die genannten Symptome auf, so sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Oft werden sie ignoriert, da sie weder besondern schmerzhaft, noch ungewöhnlich unangenehm sind. Da Sodbrennen sehr weit verbreitet ist, bereitet es auch keinen großen Grund zur Sorge.
Dass regelmäßig aufsteigende Magensäure aber eine Entzündung der Speiseröhre verursacht, und die Schleimhaut verändert, kann schwerwiegende Folgen haben.
Ignoriert man die Symptome für längere Zeit, und verändern sich die Zellen der Schleimhaut der Speiseröhre, so entsteht das Barrett-Ösophagus. In diesem Stadium der Refluxkrankheit ist das Risiko von Speiseröhrenkrebs erhöht.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, behandeln Sie die Refluxkrankheit früh genug und beugen Sie der Entstehung der Krankheit vor.

Wie kann ich der Entstehung dieser Krankheit vorbeugen?

Damit es erst gar nicht zum Ausbruch der Refluxkrankheit kommt, sind einige Dinge zu beachten.

  • Sind Sie übergewichtig, so beginnen Sie damit, Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren, um das Übergewicht zu reduzieren.
  • Nehmen Sie keine großen Mahlzeiten zu sich, sondern besser mehrere kleinere über den Tag verteilt. Am Abend nehmen Sie von üppigem Essen Abstand.
  • Verzichten Sie auf stark gewürzte oder säurehaltige Speisen- auch zum Beispiel Zitrusfrüchte, denn diese können die Magenschleimhaut übermäßig reizen.
  • Alkohol, Nikotin und Kaffee sind Genußmittel, die Sie nur in geringen Mengen zu sich nehmen sollten.
  • Da vor allem durch die Liegeposition beim Schlafen Magensäure ihren Weg nach oben sucht, sollten Sie diese Position ändern, und Ihren Oberkörper aufrichten.


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