Vesikoureteraler Reflux

Vesikoureteraler Reflux

Vesikoureteraler RefluxVielleicht sind Sie schon einmal dem Begriff „Vesikoureteraler Reflux“ über den Weg gelaufen, konnten aber nicht viel damit anfangen. Der Grund ist, dass vesikoureteraler Reflux kein Problem ist, dem man oft begegnet. Nur etwa 1 % aller Kinder haben irgendwann einmal einen vesikoureteralen Reflux und bei den meisten dieser Kinder erledigt sich das Problem von alleine. Wenn nicht, so wird es relativ frühzeitig behandelt.
So sehr „Vesikoureteraler Reflux“ auch nach Sodbrennen klingt, tatsächlich hat diese Symptomatik rein gar nichts mit Sodbrennen gemein.


Definition: Was ist ein Reflux?

Allgemein bedeutet der Begriff „Reflux“ in der Medizin immer einen Rückfluss von einem Hohlorgan in ein Anderes. Zum Beispiel kann ein Rückfluss von Magensaft / Magensäure neutralisieren vom Magen in die Speiseröhre, auch als “Sodbrennen” bekannt, als Reflux bezeichnet werden.
Ein weiteres Beispiel ist der Rückfluss von Blut vom Herzen in die Vena jugularis externa, auch als Hepatojugulärer Reflux bekannt. Dies kann durch Druck auf die Leber passieren.

Ein vesikoureteraler Reflux ist ein Harn-Rückfluss von der Harnblase in die Niere.

Alle Arten von Reflux haben Ihre eigenen Behandlungsformen und Therapien. In manchen Fällen sind Medikamente nicht ausreichend und Operationen werden nötig.

Woher kommt vesikoureteraler Reflux?

Es gibt zwei Formen:

  1. Primäre Form: Vesikoureteraler Reflux ist angeboren.
    Die Öffnung des Harnleiters liegt in der Blasenwand falsch. Die Harnleiter sind verkürzt.
  2. Sekundäre Form: Vesikoureteraler Reflux ist erworben.
    Ursachen können sein: Blasenentzündung, Blasenfunktionsstörung, Harnwegsobstruktion

Vesikoureteraler Reflux wird außerdem, je nach Ausprägung, in fünf Grade klassifiziert:

  • I. Der Rückfluss des Harnes erreicht das Nierenbecken nicht, sondern nur die Harnleiter.
  • II. Der Rückfluss erreicht das Nierenbecken aber der Harn staut sich nicht in den Nierenkelchen.
  • III. Das Nierenbecken ist leicht geweitet. Die Nierenkelche sind unverändert oder ein wenig verdickt.
  • IV. Das Nierenbecken ist etwas mehr geweitet. Die Nierenkelche sind verdickt. Die Nierenpapillen sind noch sichtbar.
  • V. Der Harnleiter ist sehr geweitet und hat Knicke. Alle Hohlräume (durch die der Harn fliest) sind stark geweitet. Die Nierenpapillen sind nicht mehr sichtbar.

Symptome des Reflux

Vesikoureteraler Reflux SymptomeVesikoureteraler Reflux hat keine Symptome, die man als Laie frühzeitig erkennen kann. Es treten erst einmal keine Schmerzen auf. Es gibt keine Rötungen, Entzündungen oder Ausschläge, die auf vesikoureteraler Reflux zurückzuführen sind. Der Urin ändert sich weder im Geruch noch in der Farbe.
Erst nach einiger Zeit lassen sich nach und nach Symptome feststellen, bei denen Arzt einen Rückschluss ziehen kann. Sie bleiben in der Regel symptomfrei, bis eine Entzündung auftritt, die durch den ständigen Harn-Rückfluss ausgelöst wird.
Erste Anzeichen können eine Nierenentzündung oder Blasenentzündung sein mit Fieber und starken Schmerzen im Bereich der Nieren und/oder Blase.
Weitere sogenannte Spätsymptome sind Inkontinenz, Nierenfunktionsstörung, Bluthochdruck und Wachstumsstörung der Niere. Bei Kindern kann außerdem eine sogenannte Gedeihstörung auftreten. Dies ist eine Entwicklungsstörung, die sich auf das körperliche Wachstum bezieht und sich oft in motorischen, manchmal auch in kognitiven, Problemen zeigt.

Diagnose und Behandlung

Zur Diagnose wird der Arzt erst einmal eine Befragung durchführen. Dies kann entweder in Form eines Gespräches oder mit einem ausführlichen Fragebogen geschehen.
Nach dieser Anamnese werden mehrere medizinische Tests durchgeführt:

Es wird der Stoffwechsel überprüft.
Der Urin wird getestet.
Ein Ultraschall wird durchgeführt.
Es wird eine Leeraufnahme der Blase und Nieren mithilfe eines Kontrastmittels gemacht.
Eine Untersuchung des Druckes in der Blase wird durchgeführt.

Wenn all diese Tests die Diagnose „Vesikoureteraler Reflux“ nach sich ziehen, so wird die nötige Behandlung eingeleitet.

Es gibt eine Spontanheilungsrate von 87 % bei Grad 1 bis 4 % bei Grad 5. Je nach Grad muss also gehandelt werden.
Bei einem Grad 1 wird in der Regel vorbeugend Medizin gegen Infektionen verschrieben, denn eine Infektion mindert die Chance einer Spontanheilung.
Bei höheren Graden sind andere Behandlungsmöglichkeiten gegeben.
Verschiedene Behandlungsformen sind:

  • Das Einspritzen von Material in die Harnröhrenöffnung, damit sich diese verengt.
  • Refluxspastik.
  • Verlängerung der Harnröhre.
  • Bei sekundärem Reflux wird die Ursache beseitigt.

Es gibt mehrere Operationsmöglichkeiten als hier oberhalb gelistet sind. Dies ist nur ein Ausschnitt der möglichen Behandlungsformen.

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